Über 400 Arten an einem einzigen Wochenende – das ist beeindruckend, und genau das erlebten die rund 60 Teilnehmer*innen am Artenkenntnis-Wochenende in Trausnitz. Naturbegeisterte Menschen kennenlernen, coole Arten beobachten und die eigene Artenkenntnis erweitern – all das war möglich.
Vom 15. bis 17. Mai 2026 fand unser wiederkehrendes Artenkenntnis-Highlight in Kooperation zwischen der Naturschutzjugend und der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) statt.
Die Jugendherberge Burg Trausnitz liegt in der nördlichen Oberpfalz im Landkreis Schwandorf. Im Naturpark Oberpfälzer Wald, direkt an der Pfreimd und sehr naturnah gelegen, bot uns die Jugendherberge den perfekten Ausgangsort für zahlreiche Exkursionen.
Das Wochenende startete mit inspirierenden Begrüßungsworten von Norbert Schäffer (LBV) und Lisa Silbernagl (ANL). Schon am ersten Abend wurde geredet, gelacht und gefachsimpelt: über die schönsten Funde und berufliche Wege – auch mit den 13 Referent*innen aus den verschiedenen Fachbereichen. Diese deckten eine beeindruckende Bandbreite ab: Amphibien und Reptilien, Pflanzen, Tag- und Nachtfalter, Käfer und Wanzen, Libellen, Vögel, Wasserwirbellose und Wildbienen.
Am Samstag fanden sich nach dem Frühstück die Kleingruppen zu den verschiedenen Exkursionen zusammen. Ein Teil davon startete direkt vor der Türe der Jugendherberge, die anderen Naturräume wurden mit Kleinbussen angesteuert. Mit Kescher und Fangglas ausgestattet ging es los: Wildbienen, Tagfalter und Libellen landeten vorsichtig im Glas, wurden bestaunt, bestimmt – und wieder freigelassen. Heimische Vogelarten wurden mit Ferngläsern und Spektiv beobachtet und am Vogelgesang identifiziert. Wasserwirbellose und Amphibien fingen die Artenkenner*innen an den nahegelegenen Teichen und nahmen sie unter die Lupe. Einen kleinen Wettkampf im Langsam-Vorankommen lieferten sich derweil die Käfer- und Wanzengruppe und die Botanikgruppe: Auf wenigen Metern gab es so viel zu entdecken, dass die drei Stunden wie im Flug vergingen.
Nach der Mittagspause startete die zweite Exkursionsrunde. Am Abend gab es die Möglichkeit im Labor nachzubestimmen. Außerdem wurden bei Stockbrot am Lagerfeuer die interessantesten Funde ausgetauscht, und für alle, die Interesse hatten, gab es ein Nachtfalterleuchten direkt an den Burgmauern.
Am Sonntag startete nach dem Frühstück der dritte und letzte Exkursionsblock. Bei sonnigem Wetter herrschten für die meisten Arten gute Bedingungen, sodass die Teilnehmenden an diesem Wochenende über 400 verschiedene Arten beobachten konnten. Alle mit Foto festgehaltenen Arten können unter https://www.inaturalist.org/projects/artenkenntniswochenende-trausnitz-2026 eingesehen werden. Beim Abschluss im Innenhof der Burg blickte man in lauter zufriedene – und ein wenig erschöpfte – Gesichter. Im Gepäck: über 400 beobachtete Arten, neues Wissen, neue Freundschaften und jede Menge Inspiration für daheim.
Text: Sofia Röder & Jessica Vogl






